Achtung, Chaoten wollen unsere Wohngebiete ruinieren, um Pendler abzustrafen!


Wenn Sie Sätze hören wie "Mehr Straßen haben noch nie zu weniger Autos geführt", dann haben Sie einen Anhänger der Theorie vor sich, die davon ausgeht, dass künstlich herbeigeführte Staus und dichter, zeitraubender Verkehr durch eine vorbereitungslose Verknappung des Straßen-Angebots das einzige wirksame Mittel ist, um Pendler davon abzuhalten, das Auto zu benutzen.

Das Schikanieren von Pendlern steht bei diesem verantwortungslosen Ansatz über allem anderen. Umweltschutz, Lärmschutz, Verkehrssicherheit, eine funktionierende Wirtschaft - alles das muss zurückstehen.

Man wird Ihnen Studien nennen, die belegen, dass diese Vorgehensweise funktioniert. Wenn auch mit einem fatalen Kollateralschaden für die Stadtbevölkerung funktioniert das natürlich auch. Städte, die so vorgehen, können ruhige Zentren vorweisen. In den Straßen dahinter herrscht dagegen das Chaos. So lange es Autofahrer gibt, werden sie versuchen so nah wie möglich an das Stadtzentrum heranzufahren. Deshalb wird man Ihnen den Preis, den Sie persönlich für diese Vorgehensweise bezahlen müssen, nicht nennen.

Politiker, die diese Strategie verfolgen, müssen Ihnen nämlich mit voller Absicht Blechlawinen in Ihre Straße drängen, damit die Mega-Staus ("normale" Staus wirken nicht) zustande kommen, die sie benötigen, um die Pendler "zu erziehen".

Wenn Sie nicht in einer der abgesperrten Straßen wohnen, dann müssen Sie den Preis für diese Politik bezahlen: Mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen in Ihrer Straße über Jahre hinweg, mit einem höheren Gefahrenpotential für Sie und Ihre Kinder und mit einer drastisch höheren Emissions- und Lärmbelastung obendrauf. Genau das sehen wir nun in Frankfurt.

Politiker mit dieser Denkweise versuchen, ihre eigenen Wähler für dumm zu verkaufen, indem sie behaupten, damit eine Verkehrsreduzierung herbeizuführen. Diese gibt es - wenn überhaupt - nur in Hinsicht auf das Gesamtvolumen des Verkehrs. Aber in den nicht gesperrten Straßen - und das sind die meisten - wird sich das Verkehrsaufkommen immer erhöhen und hoch bleiben.

Grundlagen-Mathematik können diese Leute nämlich nicht außer Kraft setzen: Eine Reduzierung des Straßen-Angebots führt laut Dreisatz natürlich zu mehr Autos pro Straße und nicht zu weniger. Autos lösen sich nicht in Luft auf, weil jemand eine Straße sperrt. Der Verkehr nutzt dann über lange Zeit einfach die verbliebene Verkehrsinfrastruktur und verdichtet sich dort.

Das künstliche Herbeiführen von Staus durch die vorbereitsngslose Sperrung von Hauptverkehrsstraßen, um Pendler von der Autonutzung abzubringen ist ein dilettantischer und verantwortlungsloser Ansatz um den Verkehr zu reduzieren, weil man der Stadtbevölkerung damit mehr schadet als den Pendlern! Politiker, denen nichts Besseres einfällt, haben in unserer Verkehrspolitik nichts zu suchen.

Die völlig vorbereitungslose Sperrung des Mainkais und die Äußerungen von Politikern der Linekn und der SPD sprechen dafür, dass sich diese Denkrichtung in der Frankfurter Verkehrspolitik durchsetzt.

Stockholm zeigt, dass es auch ohne Chaos geht
Stockholm verkehrsberuhigt Photo by Sebastian Pichler on Unsplash


Die Frankfurter Verkehrspolitik orientiert sich leider nicht an Städten wie Stockholm, die ihre Innenstädte mit intelligenten Konzepten entlastet haben, indem sie den ÖPNV sehr attraktiv und die Auto-Nutzung sehr unattraktiv gemacht haben.