Initiative "Making Frankfurt"

Schöngeister mischen sich in die Frankfurter Verkehrspolitik

Architekten schwelgen in Totalsperrungs-Phantasien

In der Verkehrspolitik ist es ähnlich wie beim Fußball - jeder ist Experte. Da dürfen auch die Schöngeister dieser Stadt nicht fehlen. Mit ihrer Initiative "Making Frankfurt" setzen sich die Architekten vom Städtebaubeirat dafür ein, die gesamte Innenstadt innerhalb des Anlagenrings vom Verkehr zu befreien - inklusive des Schaumainkais. Offensichtlich waren diese Leute anlässlich des Museumsuferfests 2019 - als beide Mainuferstraßen gesperrt waren - alle im Urlaub. Ansonsten wüssten sie noch, welche Folgen ihre Forderungen haben.

Kein Wort darüber, was mit dem Verkehr der großen Verkehrsadern wie der Kurt-Schumacher-Straße, der Berliner Straße, des Mainkais, des Schaumainkais geschehen soll, kein Wort darüber, welche Folgen ihre Forderungen für den Einzelhandel und für die Wirtschaft der Stadt hat - Schöngeister beschäftigen sich nicht mit negativen Aspekten oder negativen Folgewirkungen.

Ihre verkehrspolitische Kompetenz offenbart sich gleich zu Beginn auf ihrer Website www.makingfrankfurt.de. Es geht los mit "Tanz, Musik, Genuss, Literatur, Bewegung, Spiel ..." - sofort wird klar, dass sich hier einige Träumer zusammengefunden haben, in deren Gehirnen die Realität und die negativen Folgen ihrer Forderungen völlig ausgeblendet werden.

Ein Museumsdirektor lässt sich vor den Karren der SPD spannen

An der Spitze von "Making Frankfurt" steht Peter Cachola Schmal, der Leiter des Architekturmuseums. Seine Mitarbeiter und er selbst werden von uns allen bezahlt. Das hält ihn nicht davon ab, seine parteipolitische Neutralitätspflicht aufzugeben und sich und seine Mitarbeiter zur Abarbeitung der Verkehrspolitk-Agenda der SPD einzuspannen.

Ober-Schöngeist Cachola Schmal hebt ab, spricht von: "blühenden, urbanen Fussgänger- und Radfahrerleben, mit neuen Gastronomien und Parkanlagen, entlang neuer Boulevards wie der Berliner oder der Schweizer Boulevard, unter Schattendächern und Baumhainen ... " .

Schweizer Straße - Chaos durch Mainkaisperrung
Die "Schönheit" des "Schweizer Boulevards"

Hier ein Foto der FNP von der Schweizer Straße anlässlich des Museumsuferfests 2019. So sieht das "urbane Fussgänger- und Radfahrerleben" im "Schweizer Boulevard" in der Realität aus, wenn beide Mainuferstraßen gesperrt werden.

  • Obwohl Peter Cachola Schmal seinen Arbeitsplatz in Sachsenhausen hat, ist ihm offensichtlich entgangen, dass die Aufenthaltsqualität auf dem "Schweizer Boulevard" durch die von ihm geforderte Mainkai-Sperrung völlig ruiniert wurde.
  • Er erwartete ein "urbanes Fussgänger- und Radfahrerleben". Stattdessen gab es die Verkehrsmassen vom Mainkai, die es verhinderten, dass Radwege gebaut werden konnten. Er erwartete "neue Gastronomien". Stattdessen wurden welche geschlossen. Er will "Einkaufen und flanieren unter Schattendächern und Baumhainen". Die Realität: Dauerhafte Hupkonzerte, unerträglichen Verkehrslärm, Abgas-Gestank und eine völlige Ruinierung der Aufenthaltsqualität. Geschäfte wurden reihenweise geschlossen, immer mehr Geschäfte vernagelten ihre Schaufenster.

Sein Erinnerungsvermögen ist sehr kurz. Er fordert die Sperrung beider Mainuferstraßen obwohl er anlässlich des Museumsuferfestes 2019 sehen konnte, welche Folgen das hat: 40.000 zusätzliche Fahrzeuge in den Straßen unseres Stadtzentrums, gigantische Staus bis in die letzte Wohnstraße hinein, stundenlange Hupkonzerte und Fortbewegungsgeschwindigkeiten 20min/100m auf dem "Berliner Boulevard", auf dem "Schweizer Boulevard" und in der Garten-/Walter-Kolb-Straße.

Dass sich bei einer Sperrung von Mainuferstraßen Megastaus in den Hauptverkehrsstraßen bilden, die Pendler in die Wohngebiete ausweichen und die etwa 5.000 Grundschüler auf dem Schulweg gefährden, interessiert Schöngeist Carola Schmal nicht. Hauptsache er kann am autofreien Schaumainkai sitzen und in die Sonne blinzeln.