Frankfurter ÖPNV - teuer, rückständig, kompliziert, verdreckt, unsicher


Die rotgrünen Poltiker im Frankfurter Stadtparlament fordern von Pendlern den Umstieg auf den ÖPNV. Den Pendlern ein wettbewerbsfähiges ÖPNV-Angebot machen, können sie nicht. Im Gegenteil, der Frankfurter ÖPNV ist teuer, rückständig, kompliziert, verdreckt und zu manchen Zeiten auch unsicher (wer nachts mal in der B-Ebene der Hauptwache war, weiß wovon wir sprechen).


Der Zustand des Frankfurter ÖPNV - eine Schande für ganz Deutschland


Verdreckte U-Bahn

Wer in Frankfurt mit internationalen Geschäftsleuten, Freunden oder Verwandten U-Bahn fährt, schämt sich bis auf die Knochen für seine Stadt: Dreck und Müll in allen Ecken, die Wände sind fast überall dringend sanierungsbedürftig. Der Boden ist mit Kaugummis übersät. Man ist nur mit gesenktem Blick unterwegs um zu verhindern, dass man in frische ausgespuckte ekelhafte Kaugummis tritt, die sich nur sehr schwer entfernen lassen.

Hier an der B-Ebene Hauptwache ist man froh, wenn die Treppe wenigstens frei und nicht von Junkies belagert ist, an denen man sich vorbeidrücken muss.

Den Verantwortlichen kann man dringend eine Reise nach Singapur empfehlen. Da ist die U-Bahn blitzsauber. Kaugummis zu spucken wird hart sanktioniert. Und sicher ist sie auch. Keine finsteren Gestalten wie in der B-Ebene am Hauptbahnhof oder an der Hauptwache.

Die Frankfurter U-Bahn ist ein besonders abschreckendes Beispiel für einen ÖPNV, den man nur benutzt, wenn es unbedingt sein muss. Wer hier wohnt, hat sich an den Dreck gewöhnt und findet ihn normal. Wer als Tourist oder Geschäftsreisender nach Frankfurt kommt, hat gleich einen sehr negativen Eindruck von unserer Stadt, wenn er dieses Verkehrsmittel benutzen muss.


Das noch viel größere Problem, wenn es darum geht, autofreie bzw. verkehrsberuhigte Zonen zu schaffen: Fast nirgendwo an den Stadtgrenzen gibt es eine Möglichkeit sein Fahrzeug abzustellen und in den ÖPNV zu wechseln. Sollen die Pendler an der Kennedyalles oder an der Babenhäuser ihr Auto abstellen und zu Fuß in das Zentrum gehen? Der Dilettantismus der Frankfurter Verkehrspolitik findet im ÖPNV seine Fortsetzung.

Warum fahren unsere sogenannten Verkehrsexperten im Verkehrsausschuss nicht mal nach Singapur oder Shanghai um zu schauen, wie ÖPNV geht, wenn sie es schon nicht selbst wissen? China, Südkorea, Japan, Singapur aber auch europäische Städte sind schon seit Jahren an uns vorbeigezogen. Ihre U-Bahn-Netze sind dichter, vollständiger, sauberer und sicherer. Und überall geht alles viel einfacher, nirgendwo ist der ÖPNV so kompliziert wie in der "Weltmetropole" Frankfurt. Wer oft unterwegs ist in Asien und wieder nach Hause kommt und den RMV benutzt, dem ist sofort klar: Der RMV wird von Leuten geführt, die in den 70er Jahren stehengeblieben sind.


Der Ticket-Automat im RMV - ein Automat aus der IT-Steinzeit

Wenn ein asiatischer Tourist auf unseren ÖPNV trifft, indem er versucht ein Ticket zu lösen, offenbart sich ihm die ganze technologische Rückständigkeit in Europa und das Hinterwäldlertum im Frankfurter Personennahverkehr.

Diese Touristen sind es gewohnt, ihr Handy vor einen Scanner zu halten, worauf sich eine Schanke öffnet und sie sind drin in der U-Bahn. Wenn sie die U-Bahn wieder verlassen, halten sie ihre Handy erneut kurz vor einen Scanner, der Fahrpreis wird berechnet und nach einer Bestätigung vom Konto abgebucht. Kein schmutziger alter grüner Kasten weit und breit, an dem man sich die Finger dreckig macht, an dem man eine halbe Stunde herumsuchen muss, bis man endlich weiß, welches Ticket man benötigt.

Nicht so in der in Europa führenden Finanzmetropole Frankfurt. Hier trifft er auf einen Ticket-Automaten aus der Steinzeit der Informationstechnologie.

Die Tasten trifft man nur, wenn man im rechten Winkel auf den Monitor schaut, weil die dicke Glasscheibe die Sicht auf den Monitor so stark verzerrt, dass man meistens eine falsche Taste aktiviert. Man muss also in die Knie gehen, damit man die Tasten treffen kann.

Müll und Dreck überall, vor dem Automaten und neben dem Automaten. Die grüne, alte Kiste ist von oben bis unten verschmiert und verschmutzt. Man sucht nach dem Ziehen eines Tickets sofort nach einer Möglichkeit, sich die Hände zu waschen.

Bezahlfeld


Der Irrsinn mit Tarifgebietsnummern, Preisstufen und Kurzstrecken


Bedienfeld Ticket-Automat

Wenn der Tourist dann endlich gelernt hat, wie tief er in die Knie gehen muss, damit er die Tasten trifft, wird er mit einer Benutzerführung und einem Tarif-System konfrontiert, das in einem Hirn entstanden ist, dem es darauf ankommt, alles so kompliziert wie möglich zu machen.

Bis er herausgefunden hat, in welchem Tarifgebiet sein Fahrziel liegt, sind ihm bereits mehrere U-Bahnen weggefahren. Der Höhepunkt der Umständlichkeit: Man muss unzählige Seiten durchblättern bis man endlich weiß, ob das Fahrziel im Kurzstreckenbereich liegt oder nicht.

Das ist alles 80er-Jahre-Technologie, sowohl die Hardware (der grüne Kasten) als auch die Benutzerführung der Bediensoftware. Die ist deshalb so schlecht und umständlich ist, weil das unterliegende Tarif-System so kompliziert ist, dass jemand der erstmals mit diesem Automaten konfrontiert wird, mindestens 10 Minuten und Hilfe von Einheimischen benötigt, bis er ein passendes Ticket hat.



Die Verantwortlichen beim RMV suchen offenbar ununterbrochen noch Möglichkeiten alles noch zu "verschlimmbessern". Auf ihrer Website feiern sich diese Leute dafür, dass sie es geschafft haben, das Tarif-System noch komplizierter zu machen. Man glaubt es kaum, aber da ist zu lesen:

Seit 9. Dezember 2018 wird das Stadtgebiet Frankfurt (Tarifgebietsnummer 5000) feiner untergliedert (neue Tarifgebietsnummern 5001-5010 und 5059), so dass Fahrten zwischen Teilen von Frankfurt und den umliegenden Städten und Landkreisen auf kurzen Strecken vielfach günstiger werden (neue Preisstufen 30 und 40). Bitte achten Sie beim Fahrkartenkauf darauf, dass Sie die konkreten Ziele bzw. Zieltarifgebiete in Frankfurt angeben.

Damit es 10 Cent billiger wird, darf ich jetzt also noch 5 Minuten länger suchen, bis ich weiß, ob meine Fahrziel im Kurzstreckenbereich liegt? Was soll man von Leuten halten, die so einen Unsinn auf ihre Website schreiben? Sollen sich Touristen etwa eine Stunde mit dem Frankfurter Tarif-Dschungel, mit Preisstufen, Tarifgebietsnummern-Kreisen beschäftigen, bevor sie ein Ticket kaufen?


Bedienfeld Ticket-Automat

Wie man es besser machen könnte, ohne viel in neue Technik zu investieren

  • Warum muss man überhaupt auswählen, ob man ein Kinder- oder Erwachsenen-Ticket will? Kinder sollten grundsätzlich kostenfrei fahren können.

  • Warum "Kurzstrecke"? Warum überhaupt mehrere Tarifgebiete? Warum muss jemand aus Bad Homburg signifikant mehr bezahlen als jemand aus Frankfurt? Das ist ungerecht. Und man schreckt die Leute aus Bad Homburg doch nur unnötig ab, den ÖPNV zu benutzen. Höhere Kosten verursacht der Bad Homburger Fahrgast nur marginal. Die U-Bahn fährt, ob er drin sitzt oder nicht. Also sind die Kosten fix. Wenn er drin sitzt, erhöht er den Deckungsbeitrag. Aber man bekommt ihn nur in die U-Bahn, wenn er zu wettbewerbsfähigen Preisen fahren kann.

    Kostendeckung (neu-deutsch den "Break even") kann es nur geben, wenn die Züge voll sind. Ob die Leute, die den RMV führen, diese simplen BWL-Basiskenntnisse kennen? Offensichtlich nicht, ansonsten würden sie ihre abschreckende Tarifpolitik ändern und es nicht als unvermeidbar betrachten, dass unzählige U-Bahnen und S-Bahnen mehr oder weniger leer durch die Landschaft fahren.

    Es sollte simpel und einfach einen einzigen Preis geben, egal wohin man fährt. Dann wären die U-Bahnen in die Peripherie auch ordentlich genutzt und müssten nicht wegen einer Handvoll Leute fahren.

  • Warum so teuer? Die Preise sind nicht wettbewerbsfähig. Es sollte möglich sein, für 3-4€ ein Tagesticket zu lösen, die meisten fahren sowieso nur 2mal pro Tag. Geschäftsleute, die meist nur für eine Übernachtung bleiben, sollten ein 2-Tage-Ticket für 5€ lösen können. Wer das ganze Jahr den ÖPNV benutzt, sollte mit einem 365-Tage-Ticket für 2€ pro Tag fahren können, Rentner für die Hälfte. Und jemand, der längere Zeit in Frankfurt ist, sollte zwischen einem Wochen-, Monats-, Quartals- und einem Halbjahres-Ticket wählen können. Das kann man sogar auf dem Steinzeit-Ticket-Automaten implementieren, weil es nur 7 Tasten sind, die zur Auswahl stehen. Seitenlages Blättern gäbe es nicht mehr, alle Tasten sind auf einem Bildschirm. Das Bezahlen muss kontaktlos funktionieren, entweder per Handy oder per Kredit- bzw. EC-Karte.

Pendler kann man nur mit einem einfachen, preisgünstigen Angebot auf den ÖPNV locken. Der Frankfurter ÖPNV ist schlecht geführt, technologisch rückständig, kompliziert und teuer - schlichtweg völlig unattraktiv und nicht wettbewerbsfähig. Die Stadt muss erst einmal ihre Hausaufgaben machen, bevor sie ständig auf die Pendler schimpft, die unseren teuren, rückständigen ÖPNV nicht benutzen wollen bzw. nicht benutzen können.