Wenn überhaupt Hauptverkehrsstraßen wie die Mainufer gesperrt werden, dann kann das nicht ohne signifikante VORHERIGE Verkehrsreduzierung erfolgen


Chaos am Schaumainkai

Wir sind gegen die Sperrung von Mainuferstraßen, so lange die Voraussetzungen dazu - eine deutliche Fahrzeug-Reduzierung in der Kernstadt - nicht geschaffen sind.

So wie bei der Mainkai-Sperrung - bei der plan- und vorbereitungslos einfach Betonpoller aufgestellt wurden - darf es bei signikanten Eingriffen in den Verkehr nicht ablaufen. Vor der Maßnahme muss die Strategie und vor der Strategie das Ziel definiert werden.

Konkret: Falls die Frankfurter Verkehrspolitik eine "autofreie Innenstadt" (völlig autofrei dürfte unmöglich sein) oder ein autofreies Mainufer will, muss es eine integrierte Verkehrsplanung geben, die dazu geeignet ist, diese Ziele zu erreichen - aber ohne andere Stadtteile massiv zu schädigen / ohne die Verkehrsdichte zu erhöhen / ohne Pendler zu schikanieren von deren Gewerbesteuergenerierung wir abhängen!

Deshalb muss die Strategie dazu geeignet sein, dass deutlich weniger Verkehr in die Stadt kommt - durch motivierende Maßnahmen und nicht durch Schikane wie rote Wellen bei Ampeln, künstlich verursachte Staus, oder Verkehrsverdichtungen (wie aktuell). Diesen Emissions-, Lärm- und Gefahren-erhöhenden Dilettantismus lehnen wir ab.

Selbstverständlich muss diese Planung / Strategie auch komplett umgesetzt sein, BEVOR Hauptverkehrsstraßen gesperrt werden.

Wer Mainufer sperrt, muss VORHER dafür sorgen, dass mindestens die Menge an Fahrzeugen sich nicht mehr in der Kernstadt befindet, die aktuell dieses Mainufer nutzt. So lange die ÖPNV-Nutzung teurer und umständlicher als das Auto ist, werden Pendler nicht umsteigen. Dazu müssen die RMV-Preise auf Hamburger Niveau oder noch darunter gesenkt werden. In Hamburg kostet eine Monatskarte etwa 60 € bei uns 90 - das kann nicht sein. RMV-Benutzung muss viel einfacher und sozial gerechter werden: Weg mit dem Kurzstrecken- und Tarifzonen-Irrsinn, der die Leute bevorteilt, die es sich leisten können, in der Kernstadt zu wohnen.

Warum müssen Bürger die in der Peripherie wohnen, deutlich mehr bezahlen? Das ist ungerecht und unsozial. Und führt auch noch dazu, dass sie lieber das Auto nehmen, weil es billiger ist. Einen Preis für alle, egal wo man hinfährt, anders bekommt man Pendler nicht in den ÖPNV. Die Leute in der Peripherie verursachen keine höheren Kosten. Die U-Bahn kostet was sie kostet und fährt sowieso, egal ob sie drinsitzen oder nicht. Warum müssen sie trotzdem mehr bezahlen? Diese Ungerechtigkeit muss beseitigt werden, damit möglichst viele den ÖPNV benutzen und den Kostendeckungsgrad verbessern.

Darüber hinaus könnten die Parkgebühren in der Innenstadt verteuert werden. Die Reduzierung der Parkmöglichkeiten ist weniger gut geeignet, weil sich dann nur die Verkehrsdichte durch Parkplatz-suchende Autofahrer erhöht.