Wenn schon Mainufer gesperrt werden, dann muss es das für Touristen erheblich attraktivere Südufer sein


Chaos am Schaumainkai

Sachsenhausen wird regelmäßig benachteiligt: Ein Platz für den Flohmarkt wird benötigt: Sachsenhausen. Ein Platz zum Busse abstellen wird gesucht: Sachsenhausen. Ein Stadtteil, dem man 20.000 Fahrzeuge aufdrängen kann, die am Mainkai nicht mehr fahren können, wird gesucht : Sachsenhausen. Obwohl Sachsenhausen bereits unter einem unterträglichen Fluglärm leidet, drängt man den Sachsenhäusern zusätzlich noch den Lärm von LKW-Lawinen und Hupkonzerten gestresster Pendler auf. Sogar Radwege werden ihnen verweigert, weil die Straßenkapazität für die Blechlawinen benötigt wird, die am Mainkai nicht mehr fahren dürfen. Sachsenhausen ist der Problemabladeplatz Nummer 1 für das Verkehrsdezernat.

Mainufer-Sperrung - das schlechtere Ufer wird vorgezogen: Laut Verkehrsdezernat sollen beide Mainufer irgendwann autofrei sein. Und welches Mainufer wird zuerst gesperrt: Nicht das schöne Museumsufer sondern der Mainkai, eine Straße ohne Geschäfte, ohne Gastronomie, mit Nachkriegs-Bausubstanz, die nie zu einer schönen Flaniermeile für Touristen (was gäbe es da zu sehen?) werden kann, nie richtig angenommen werden wird.

Wir sind gegen die Sperrung von Mainuferstraßen, so lange die Voraussetzungen - eine deutliche Fahrzeug-Reduzierung - dazu nicht geschaffen sind. Wenn die Politik trotzdem Mainufer sperrt, dann fordern wir, dass man mit der Sperrung des Schaumainkais beginnt. Erstens zum Ausgleich für den Fluglärm und zweitens, weil es die deutlich schönere Straße dazu ist: Schöne, alte Villen-Bausubstanz, Gastronomie, weit über Frankfurt hinaus bekannte Museen, ein wunderschöner Museumspark. Und im Sommer tummeln sich Zehntausende in der Abendsonne am Sachsenhäuser Mainufer.