Wer steckt hinter der Mainkai-Sperrung?

Bei politischen Entscheidungen stellt sich immer die Frage "Wer profitiert und wer verliert". So ist es auch am Mainkai. Da geht es um die Frage "Wer bekommt den Park am Main und wer bekommt die Verkehrsmassen, die man dafür loswerden muss?"

Weltweit holen die großen Metropolen mit dem in Barcelona erfundenen Superblock-Konzept den Durchgangsverkehr aus den Wohngebieten heraus. Mit der Mainkai-Sperrung vollzieht sich genau das Gegenteil: Durchgangsverkehr wird in großem Umfang in Wohngebiete hineinverlagert.

Wenn eine offensichtlich völlig absurde Entscheidung getroffen wird, mit der das größte Frankfurter Wohngebiet mit einer 100km langen Blechlawine geflutet wird, mit der die Lebensqualität von 60.000 Frankfurter Bürgern ruiniert wird, muss man sich um so mehr fragen, wer dahinter steckt, wer ein Interesse an dieser Maßnahme hat.

Einseitige Politik zulasten der Sachsenhäuser Bürger

Bei Investitionssummen von über 2 Milliarden Euro am MainTor-Areal geht es um enorme Wertsteigerungspotenziale von vermutlich hunderten Millionen EUR. Es ist das legitime Recht der Immobilienwirtschaft, ihre Interessen zu vertreten – doch es ist die Pflicht der Politik, das Gemeinwohl zu schützen.

Stattdessen sehen wir eine bedenkliche Nähe: Wenn eine Beratungsgesellschaft, die von Unternehmen der Immobilienbranche getragen wird, die laut Lobby-Plattformen eng mit der Immobilienbranche verflochten ist, von der Stadt ausgerechnet für die Gestaltung des Mainkais mandatiert wird, wo die Immobilienwirtschaft veritable wirtschaftliche Interessen hat, wirft das Fragen auf. In dieses Beratungsprojekt wurde eine "Beratungsgesellschaft" eingebunden, die auf "Akzeptanzkommunikation" und auf das "Management von Stakeholdern aus Politik und Verwaltung" spezialisiert ist, wie man auf der Website lesen kann.

Mainkai vom 4.Juni 2024
Der Mainkai - Objekt verantwortungsloser Verkehrspolitik

Diese Verkehrsmassen am Mainkai müssen verschwinden, damit die Immobilienbesitzer am Maintor die erhofften Wertsteigerungen erzielen können. Politische Wegbereiter sorgen dafür, dass der Plan aufgeht. Während die Sperrung den Bürgern mit PR-Phrasen wie "die Stadt näher an den Main bringen" schmackhaft gemacht wird, werden die negativen Folgen heruntergespielt.

Bei diesen Formulierungen bleibt wenig Interpretationsspielraum. Was darf man in diesem Zusammenhang unter "Management von Stakeholdern" und unter "Akzeptanzkommunikation" verstehen? Es geht offensichtlich darum, in der Presse ein positives Meinungsklima pro Mainkaisperrung herzustellen und Einfluss auf Politiker und Verwaltungsangestellte auszuüben.

Zur Abwicklung dieses Beratungsauftrags wurden sogenannte „Experten“ aus ganz Europa für eine Woche nach Frankfurt gebracht, um hinterher zweifelhafte Aussagen zugunsten der Sperrung abzugeben, wie etwa "macht es einfach ". Anfragen im Stadtparlament ergaben, dass der überwiegende Teil der Kosten dieses "Beratungsauftrags" von der Beratungsgesellschaft selbst getragen wurde. Warum wohl?